... newer stories
Donnerstag, 19. August 2010
Kareyce Fotso - Kwenge
thenoise, 21:57h
Ihre Stimme und eine simpel gezupfte Gitarre reichen Kareyce Fotso, um eine anheimelnd-eindringliche Stimmung zu evozieren. Dass sie ihre Lieder trotzdem mit Berimbau (einem Musikbogen, dessen Ursprung in Zentralafrika liegt, der aber auch in Brasilien beheimatet ist) oder auch mit Kalebassen und Djembé anreichert, ist eine willkommene Abwechslung. Die Sängerin und Schauspielerin aus Kamerun, die ursprünglich als Biochemikerin reüssieren wollte, schreibt ihre Lieder selbst, hat die meisten arrangiert und spielt auch Senza (Daumenklavier) und Percussion.In ihren überwiegend harmonischen, eingängigen Stücken vermittelt Kareyce Fotso ernsthafte Anliegen: die mangelnde Wiederaufforstung und die Frage, wovon die Nachkommen einmal leben sollen, den Umgang mit der Ehe oder die Emigration ihrer Landsleute.
Die Möglichkeit diese Inhalte eingehender zu vermitteln und nachprüfbar zu machen, ob auch die Sprachmacht mit der Stimme mithalten kann, bietet das Label leider nicht. Denn die Texte werden nur in der Original-Sprache abgedruckt - und das ist bis auf wenige Ausnahmen eine afrikanische, in Französisch und Englisch gibt es leider nur eine äußerst kurze Zusammenfassung.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 19. Juli 2010
Youssou N'Dour - Dakar-Kingston
thenoise, 11:46h
Der senegalesische Popmusiker outet sich als Reggae-Fan, der er angeblisch schon seit seiner Jugend ist, und spielt sein jüngstes Album mit entsprechend adaptierten alten und neuen Stücken ein. Im von Bob Marley gegründeten Studio in Kingston, Jamaika, sorgen auch dessen ehemalige Musiker - Keyboarder Tyrone Downie, Gitarrist Earl «Chinna» Smith und Saxophonist Dean Fraser - dafür, dass Rhythmus und Klangfarbe stimmen. Diese Minimalanforderungen sind erfüllt, weiter reicht das Album nicht. Youssou N'Dour wird nicht zum prägenden Gestalter, sondern gibt sich mit der Rolle des Nachahmers zufrieden. So plätschern die Songs auf «Dakar - Kingston» gemütlich und ohne Höhepunkte oder Besonderheiten dahin. Ein überraschend banales Album, das nicht mehr bietet als die Hintergrundmusik für einen heißen Sommertag am See.... link (0 Kommentare) ... comment
Samstag, 3. Juli 2010
Das Streichquartett Alder im Hof der Burg Gutenberg (Balzers, FL)
thenoise, 14:53h
Wenn in den USA, in Dubai oder bei der Weltausstellung in Shanghai Swissness gefragt ist, dann holt man gerne das Streichquartett Alder, das für Tradition und Unterhaltung steht. In der speziell Appenzeller Besetzung mit Hackbrett, Geige, Bass und Akkordeon (das oft übliche Cello fehlte diesmal) begeben sich die weitgereisten Hobbymusiker, hauptberuflich mehrheitlich Bauern und Handwerker, nie in die Niederungen der volkstümlichen Musik. Auch wenn sie wohl «nur» unterhalten wollen. Aber das mit Stil - und daher mit Stücken, die schon ihre Vorfahren geschrieben haben, sowie mit eigenen, die den Geist der Streichmusik-Gründer weiterleben lassen. Traditionelle Melodien heißen mitunter einfach «E-Moll-Polka», weil niemand mehr weiß, welchen Titel der unbekannte Komponist der über Generationen hinweg mündlich überlieferten Melodie gab.

Bordunton zum Zäuerli: Talerschwingen.
Das Programm des Streichquartett Alder, das im Ausland als exotische Weltmusik so gut ankommt, ändert die Streichmusik Alder offenbar auch dann kaum, wenn sie in der näheren Umgebung aufspielen. Aber das ist, wenn man die Musik aus der Stube, aus der «Beiz» (Kneipe) oder von der Alp auf die Konzertbühne holt, nicht notwendig: Denn durch diese Umgebungsänderung wird jede traditionelle Musik automatisch zur Folklore. Und der Hackbrettspieler Jakob Freund kündigt es als Sprecher und Unterhalter der Gruppe ironisierend-verschmitzt offen an, wenn sie den Pfad der Tradition verlassen, um dem Publikumsgeschmack zu entsprechen. Und was die Freude an Jodelakrobatik und Mitklatschliedern angeht, unterscheiden sich einheimische Konzertbesucher offenbar nicht von denen in Übersee.
Doch es gibt - abgesehen von den allzu ausgiebigen Einlagen mit Witzen für die Generation 70-plus - nur wenige schlichte Schenkelklopfer. Selbst im zweiten, von Freund als «lüpfiger», also fröhlich und leichtfüßig unterhaltender Teil des Programms angekündigt, zeigt das Quintett, welche Anmut und Tiefe in der überlieferten Musik steckt. Die Gruppe beschränkt sich auch dann nicht auf Polkas und Dreivierteltakt, nicht nur auf den fröhlichen "Gruß aus Urnäsch" oder die «Birreweggen-Polka» mit ihrem Gstanzl-artigen Text, sondern bringt wiederum Zäuerli (Naturjodel) zu Schellen und Talerschwingen.

Hansueli Alder, Musiker in der fünften Generation, dahinter
der 88-jährige Multiinstrumentalist Ueli Alder am Bass.
Das von den Brüdern Ulrich und Johannes Alder gegründete musikalische Familienunternehmen gibt es seit 126 Jahren. Die Streichmusik hält als konservativer Zweig von derzeit drei Alder-Projekten die Tradition in Ehren, während der klassisch ausgebildete Musiker Arnold «Noldi» Alder, beim Streichquartett nicht dabei, als einer der profiliertesten Erneuerer der aktuellen Schweizer Volksmusik gilt.

Bordunton zum Zäuerli: Talerschwingen.
Das Programm des Streichquartett Alder, das im Ausland als exotische Weltmusik so gut ankommt, ändert die Streichmusik Alder offenbar auch dann kaum, wenn sie in der näheren Umgebung aufspielen. Aber das ist, wenn man die Musik aus der Stube, aus der «Beiz» (Kneipe) oder von der Alp auf die Konzertbühne holt, nicht notwendig: Denn durch diese Umgebungsänderung wird jede traditionelle Musik automatisch zur Folklore. Und der Hackbrettspieler Jakob Freund kündigt es als Sprecher und Unterhalter der Gruppe ironisierend-verschmitzt offen an, wenn sie den Pfad der Tradition verlassen, um dem Publikumsgeschmack zu entsprechen. Und was die Freude an Jodelakrobatik und Mitklatschliedern angeht, unterscheiden sich einheimische Konzertbesucher offenbar nicht von denen in Übersee.
Doch es gibt - abgesehen von den allzu ausgiebigen Einlagen mit Witzen für die Generation 70-plus - nur wenige schlichte Schenkelklopfer. Selbst im zweiten, von Freund als «lüpfiger», also fröhlich und leichtfüßig unterhaltender Teil des Programms angekündigt, zeigt das Quintett, welche Anmut und Tiefe in der überlieferten Musik steckt. Die Gruppe beschränkt sich auch dann nicht auf Polkas und Dreivierteltakt, nicht nur auf den fröhlichen "Gruß aus Urnäsch" oder die «Birreweggen-Polka» mit ihrem Gstanzl-artigen Text, sondern bringt wiederum Zäuerli (Naturjodel) zu Schellen und Talerschwingen.

Hansueli Alder, Musiker in der fünften Generation, dahinter
der 88-jährige Multiinstrumentalist Ueli Alder am Bass.
Das von den Brüdern Ulrich und Johannes Alder gegründete musikalische Familienunternehmen gibt es seit 126 Jahren. Die Streichmusik hält als konservativer Zweig von derzeit drei Alder-Projekten die Tradition in Ehren, während der klassisch ausgebildete Musiker Arnold «Noldi» Alder, beim Streichquartett nicht dabei, als einer der profiliertesten Erneuerer der aktuellen Schweizer Volksmusik gilt.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 28. Juni 2010
Anthony Rother - Popkiller 2
thenoise, 22:03h
Anthony Rother ist schon so lange im Geschäft, dass man sich über seine schlichten Stücke beinahe wundert. Sie sind simpel aufgebaut, haben einfache Melodien, manche auch Sprechgesang. Eloquentere Elektronik-Musiker würden in Rothers Songs eher eine Rohversion sehen. Mit ihrem leicht knarzigen Klang erinnern sie -- allerdings recht angenehm -- an Vorgestern, an die Zeit der genialen Dilettanten, denen mit einfachen Mitteln und unzureichenden handwerklichen Kenntnissen atmosphärische Stücke gelangen.Hier knüpft Anthony Rother mit seinem zweiten "Popkiller"-Album an (das erste erschien 2004). Seine Texte haben zwar die eine oder andere reizvolle Zeile (obwohl der Reiz mitunter auf seinen mangelnden Englischkenntnissen basiert, aber Pidgin English kann ja auch charmant sein), sind aber weitgehend belanglos. Der Frankfurter Musiker punktet mit eingängig-rauer Schlichtheit.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 14. Juni 2010
Various - South Africa
thenoise, 09:04h
Vermutlich höre ich lieber Musik als Vuvuzela. Letztere habe ich - tatsächlich - noch nicht gehört. Dabei könnte ich mir Vorstellen, dass mir diese Naturtrompete in einem anderen Zusammenhang durchaus gefallen könnte. Der nette Putumayo-Sampler «South Africa», mit Stücken von Miriam Makeba, den Soul Brothers und - um nur die Bekanntesten zu nennen - dem Soweto Gospel Choir bringt die Tröte also nicht. Aber er unterhält auch gut. Die überwiegend lebendigen Stücke dieser Zusammenstellung machen gute Laune. «South Africa» spart zwar experimentelle Klänge ebenso aus wie HipHop oder Dance und beschränkt sich auf den erwartbaren, gefällig-fröhlichen World-Pop. Dass sich die Auswahl aber nicht nur auf bekannte Grössen mit ihren oftmals gehörten Liedern beschränkt, ist löblich. Auch wenn sie keine wirkliche Entdeckung bringt.... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories