Mittwoch, 28. Oktober 2009
Pete Yorn/Scarlett Johansson - Break Up
Es ist schon seit Jahrzehnten üblich, dass sich Sänger als Schauspieler versuchen (Frank Sinatra, Caterina Valente), wir kennen genügend Künstler, die den umgekehrten Weg (Johnny Depp) beschritten haben, und wir haben uns längst daran gewöhnt, dass auch Models (Carla Bruni) respektable Lieder schreiben und darbieten können.
Jetzt setzt also Scarlett Johansson ihre musikalische Arbeit fort, die sie 2006 mit einem Song begann. 2006 veröffentlichte sie das Tom-Waits-Cover-Album "Anywhere I Lay My Head", und jetzt die schon vor jenem Album aufgenommenen Duette mit Pete Yorn, der dafür die meisten Lieder geschrieben hat.
Beider Stärke liegt nicht in der Stimme, sondern vielmehr in der Stimmung. Die Stimmen treten zu recht nicht in den Vordergrund - die Atmosphäre stimmt und die Lieder sind stimmig. An Yorns Vorbilder - ihm schwebten die Duette von Gainsbourgh/Bardot und Hazlewood/Sinatra vor, als er die Schauspielerin um ihre Mitarbeit anfragte - reichen sie nicht heran. Aber man muss ja nicht immer die Sterne erreichen.

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Sonntag, 25. Oktober 2009
Komödiantisch, lebhaft und verschmitzt
Urs Widmer liest
Urs Widmer muss Sonntag Nachmittag in die Provinz, nach Liechtenstein und da noch nicht einmal in die Hauptgemeinde. Für ihn ist Schaan eine Reise wert: Erstaunlich viele sind hier an seinem neuen Buch interessiert, im Theater am Kirchplatz müssen ein paar zusätzliche Stühle her.



Die Textausschnitte sind vergnüglich und Widmer trägt sie mit Verve vor. Keine Minute das Gefühl, das mich bei den meisten Lesungen beschleicht - dass doch Autoren ihre Texte bitte von Schauspielern lesen lassen sollen. Widmer liest lebendig, differenziert, gibt den verschmitzten Märchenonkel, provoziert Schmunzeln - und das, obwohl es um nicht weniger geht als um Sterben und Vergänglichkeit, Abstieg in die Unterwelt inklusive.
Der Züricher Autor liest nicht einfach Stellen, die er für gut befindet, sondern vermittelt durch die ausgewählten Passagen auch den Spannungsbogen, der seinen neuen Roman Herr Adamson kennzeichnet.

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Sonntag, 25. Oktober 2009
Funny van Dannen - Saharasand
Katzenpissepistole ist ein herrlicher Auftakt, witzig und originell. Der Rest ist schlichtweg überwiegend zu vergessen.

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Donnerstag, 22. Oktober 2009
Florian Ostertag - Learn & Wait
Gefühlvolle Songs, angenehm präsentiert.

Gehört: Immer mal wieder

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Dienstag, 20. Oktober 2009
Voicst - A Tale Of Two Devils
So schlecht sind Voicst eigentlich gar nicht. Der Opener High As An Amsterdam Tourist ist fröhlich-frisch, Don't Get Me Wrong lässt durch halbschräge Bläserintermezzi mit einem halbdreckigen Saxofon aufhorchen und Feelings Explode bringt eine kantige Gitarre mit abgerundeten Ecken. Das ist gefällig. Aber auch nicht mehr als nett, meint man doch bei jedem Song, ihn schon zu kennen. Weder die Klänge, noch die Melodien, noch die Stimme des recht agilen Sängers verdienen das Prädikat einzigartig. Mehr als Party-Hintergrund gibt das nicht, auch wenn sich die Gäste des holländischen Trios - nicht namentlich erwähnte Musiker wie ein Saxofonist von Gogol Bordello und ein Trompeter von Beyoncé - alle Mühe geben, um das durchschnittliche Material noch ein wenig aufzupeppen. Voicst sind ein gutes Beispiel dafür, wie wenig es heute reicht, einfach nur nicht so schlecht zu sein.

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