Mittwoch, 13. Dezember 2006
Tiger Willi - Papageil
Der singende Sozialarbeiter macht bei weitem nicht so blöde Songs wie der Titel des neuen Albums befürchten lässt. Er spielt hübschen, elektrisierten Blues und berichtet von eigenwilligen bayerischen Menschen. Doch trotz skurrilem Inventar kommt er an Ringsgwandl nicht heran - optisch sowieso nicht, auch wenn er sich Mühe gibt.

Gehört: beim Abarbeiten der Mails.

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Dienstag, 12. Dezember 2006
Starsailor - On The Outside
Nachdem das Album schon seit einem Jahr ungehört herumliegt, landet es doch noch im Abspielgerät meines Autos. Keine günstigen Bedingungen. Doch die Stimme des Sängers, gleichzeitig zurückhaltend und zwingend, schmeichelt sich auch unter schwierigen Umständen ins Ohr. Ich glaube, dass ich beim Hören von Starsailor an Richard Ashcroft denke, der - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - ähnlich singt und klingt. Aber auch den habe ich schon so lange nicht gehört, dass ich jetzt nicht mehr weiß, ob ich nicht bei ihm - ohne es richtig zuordnen zu können - an Starsailor dachte. Egal.

Gehört: auf der Autobahn.

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Montag, 11. Dezember 2006
Bernd Begemann - Ich werde sie finden
Der "elektrische Liedermacher" singt wie immer auf äußerst charmente Art unzureichend und bietet eine musikalische Achterbahnfahrt - von der romantischen Gitarrenballade bis zum Elektropop, von der Caféhausmusik zum heftigen Rock. Die Texte hingegen finden sich am anderen Ende der Skala. Vielleicht war die Bürde des Konzeptalbums doch zu groß.

Gehört: mehrfach.

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Sonntag, 10. Dezember 2006
Jimi Hendrix - The Dick Cavett Show
Hendrix hilflos wie ein Bub. Schüchtern, passiv, mit fragenden Augen aber trotzdem selbstbewusst. Er könne sich nicht so gut ausdrücken, seine Sprache sei die Musik.
Der Inhalt ist den Materialaufwand nicht wert. Doch zwei Stellen lohnen sich: eine völlig schwachsinnige, nichtssagende Antwort, die Hendrix so selbstsicher bringt, dass ein Infragestellen unmöglich ist, und das schalkhafte Lachen, mit der er seine Freude darüber ausdrückt, dass ihm das mit der Zunge gezupfte Schlussstück perfekt gelungen ist.

Gesehen: vom Sofa aus.

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The U.S. vs. John Lennon - Soundtrack
Unverwüstliche Songs - Give Peace a Chance, I Found Out oder Imagine und Oh My Love - bringen angenehme Erinnerungen an eine aufregend-aufgeregte Zeit und zeigen künstlerische Bandbreite. Da verkraftet man zu simplen, schon dazur Entstehungszeit rückwärts gewandte Rock'n'Roll-Songs wie New York City locker.
Hübsche Zusammenstellung - denn letztlich sind in der hübschesten Wundertüte ein paar Nieten.

Gehört: beim Frühstück

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Freitag, 8. Dezember 2006
Sting - Songs From The Labyrinth
Schön, wenn einer über den Tellerrand hinausschaut. Gordon Matthew Sumner macht es gerne, jetzt hat er sich der Musik von John Dowland zugewendet - und fast alle jubeln. Dabei gibt es - abgesehen davon, dass ihn mit Edin Karamazov ein hervorragender Lautenist begleitet - wirklich keinen Grund zur Freude. Der Gesangsunterricht an der Schola Cantorum Basiliensis hat gerade mal nichts gebracht. Dagegen ist das unangebrachte Raunen der Briefe von Dowland - vermutlich soll es die künstlerische Ernsthaftigkeit des Projekts unterstreichen - schon fast angenehm. Und wer denkt, dass John Dowland der Vergessenheit entrissen werden muss, irrt.
Es geht doch wieder um das eine: mit einem bekannten Namen den Absatz anzukurbeln. Da kann die Kunst ruhig auf der Strecke bleiben.

Nachtrag
Auf einen wohltuend kritischen Beitrag von Eleonore Büning, soll doch noch hingewiesen werden. Er ist nicht nur eine Ausnahme im Chor der grundlos Jubilierenden, sondern auch bissig, mit Witz und kenntnisreich geschrieben - und nicht ganz ohne Lob. Es lohnt sich, dafür zu bezahlen.

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