Freitag, 8. Dezember 2006
The Cure - Festival 2005
Konzertmitschnitt 2.0 - auch The Cure setzen auf "user generated content: Bei der letzten Tournee im Jahr 2005 verteilten sie Kameras im Publikum. Jetzt verfremden die unscharfen und verwackelten Bilder Herrn Smith, der diese Entstellung gar nicht nötig hätte. Zum Glück haben The Cure noch ein bisschen Geld in die Hand genommen und ein paar professionelle Filmer rangelassen - deren Material kommt mehrheitlich zum Zug.
Und musikalisch? Ein Best-of: braucht man nicht, ist aber nett - und obwohl eben erst erschienen, schon zum Schrottpreis zu haben.

Gesehen: in der Badewanne.

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Mittwoch, 6. Dezember 2006
Liebe
Udo Proksch war wohl ein schlechter Mensch, aber wahrscheinlich auch ein kluger (trotzdem oder deswegen?). Ein poetischer Satz, den man einem wie ihm nicht zutrauen würde, ist mir aus einem vor vielen Jahren gelesenen Porträt in Erinnerung geblieben:
Liebe . . . Liebe ist ein wunderschönes Gefühl, glaub ich. Liebe ist eine Krankheit mit guten Heilungschancen. Aber der Tod soll auch sehr schön sein.

Vielleicht hat er nur zufällig den richtigen Menschen getroffen.

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Dienstag, 5. Dezember 2006
Ricky Martin - Unplugged
Wie viele Leute hau'n denn da rein? Der Sound ist so fett, dass man ein elektrifiziertes Album zu hören meint. Perfekter Mainstream, und zum Glück singt Ricky Martin Spanisch - dadurch nerven mich wenigstens die Texte nicht. Trotz aller Opulenz reißt erst Lola, Lola, das achte Stück des Albums, so richtig mit. Immerhin klingt das Album nach frischem Latino-Pop und nicht ganz so billig aufgetakelt wie sonst.

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Dienstag, 5. Dezember 2006
Wenn der Fan den Künstler fragt,
bringt das viel mehr, als wenn er von Journalisten gefragt wird - behauptet zumindest Björn Bauermeister vom Tonspion über eine durchaus interessante Interviewform von Nick Cave. Dieser lässt sich und seiner Band Fragen auf den Anrufbeantworter sprechen, die dann beantwortet werden sollen. In welcher Form das Interview veröffentlicht wird, ist leider nicht bekannt.

Ich teile die Einschätzung von Björn Bauermeister: Eine Idee, die man sich öfter gefallen lassen möchte, aber seine Begründung überrascht mich. Nur diese Form biete eine große Wahrscheinlichkeit, dass unter dem Strich ein dem wahren Fan sehr gerechtes Interview entstanden ist und jene Dinge beantwortet werden, die ein Fan oder Musikinteressierter und nicht ein Fachjournalist beantwortet haben möchte.
Sicher, es gibt unterschiedliche Zielgruppen. Insofern gibt es unterschiedliche Bedürfnisse. Jeder Journalist (und auch jede Journalistin) versucht, die Informationen entsprechend aufzubereiten. Gewiefte Interviewpartner lassen allerdings nur das raus, was sie wollen (auch wenn nicht alle wie Herr Borat die Interviewfragen einreichen lassen und dann vom Teleprompter ablesen). Und wenn man mit dreißig- oder gar nur fünfzehnminütigen Interviews abgespeist wird, bekommt man ohnehin nicht viel mehr als die Station-ID.

Die Aktion von Nick Cave ist durchaus clever: Er demonstriert nicht nur Nähe zu seinen Fans, wodurch er sich von der Musikindustrie ein bisschen unabhängiger machen kann), sondern bekommt eine noch bessere Kontrolle über seine PR-Wirkung. Er kann nicht von unangenehmen Fragen überrascht werden und läuft auch nicht in Gefahr, aus welch Gründen auch immer zu viel von sich Preis zu geben. Natürlich erfährt bei dieser Art Interview niemand, welche Fragen nicht beantwortet werden.
Der direkte Zugang zum Kunden ist der Königsweg: Deshalb füttern auch Chemie- und Pharmafirmen, unverfängliche Portale für Verbraucher Serono und Ferring sind sicher nicht die einzigen Beispiele.

Kleine Nebenbemerkung: Warum hängt Björn Bauermeister seinen Redakteursjob nicht an den Nagel, wenn er doch einsieht, dass er die Leserinnen und Leser nicht adäquat bedienen kann? Oder zählt er sich als Mitarbeiter eines PR-Vehikels für die Tonträgerindustrie gar nicht als Journalist?
Bitte nicht als Kritik am Tonspion verstehen, an dessen Berechtigung und Bedeutung ich nicht zweifle. Und auch gegen Nick Cave habe ich nichts - im Gegenteil.

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Tori Amos - A Piano: The Collection
Überraschend gross ist das Päckchen der Plattenfirma, überraschend der Inhalt. Die Zusammenstellung kommt in einer Klaviertastatur.



Schade, dass der Klavierauszug nicht wirklich klingt und nur knapp zwei Oktaven hat - aber das könnte man vielleicht mit schnellem Hin- und Herschieben lösen.

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Sonntag, 3. Dezember 2006
Orchestra Baobab - A Night At Club Baobab
Das ist Weltmusik: Senegalesische Melodien mit kubanischen Rhythmen, das Wah-Wah jault und der Gitarrist funkt. Obwohl die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat und die Aufnahmetechnik im Afrika der 1970er Jahre keineswegs dem aktuellen Stand der Technik entsprach - die Aufnahmen entstanden zwischen 1972 und 1978 -, ist die Musik lebendig und frisch. Man spürt die Lässigkeit der Profis, die fast täglich auf der Bühne des eigenen Clubs standen und den Gästen ihre Wünsche so spontan wie eloquent erfüllen konnten.

Gehört: beim Surfen.

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The Blood Arm - Lie Lover Lie
Wer I like all the girls and all the girls like me ironiefrei singen kann, ist entweder großartig oder leicht beschränkt - nur als Anmerkung, nicht als Wertung der Person.
Die fröhlich klingende kalifornische Britpopband ist so einzigartig wie ein Freitag-Taschen-Imitat. Angela ist an der Schmerzgrenze, das Intro von The Chasers von ELO geklaut und wo der ganze Rest zusammengesammelt wurde, möchte man gar nicht mehr wissen ...

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